Johanna Marx



"Probieren geht über Studieren!"

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren?
Ich wollte schon immer mal studieren. Die Entscheidung zwischen Technik und Sozial ist mir allerdings nicht leichtgefallen. Nachdem ich den sozialen Sektor für mich ausprobiert hatte, wollte ich nun etwas Technisches mit Zukunft machen. Als Wirtschaftsingenieur*in hat man später ein breites Feld an Karrieremöglichkeiten und kann in vielen Bereichen arbeiten. Gerade als Frau war es mir wichtig, später flexibel und finanziell unabhängig in der Berufswelt zu bleiben. Wirtschaftsingenieurwesen war/ist dafür optimal.

Haben Sie an Orientierungs- oder Informationsveranstaltungen im Vorfeld teilgenommen?
Im Oberstufengymnasium war ich im sozialen Bereich, mit Psychologie und Gesundheit in den Hauptfächern. In der Schule hatte ich damit also prinzipiell nichts Offensichtliches zu tun. Allerdings war ich schon immer am Werkeln, Basteln und Schrauben. Technik hatte mich immer irgendwie begeistert.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Studienfach?
Unmittelbar vor dem Beginn des Studiums hatte ich extrem große Angst, dass ich das Studium nicht schaffen werde oder es nicht das Richtige sei und mir vielleicht doch keinen Spaß machen könnte. Heute frage ich mich, wieso ich so viele Bedenken hatte, ich liebe mein Studium und gehe total darin auf. Ich denke man sollte die Dinge einfach ausprobieren. Auch die ganze Recherchearbeit über die Universitäten und diversen Studienrichtungen haben diese Zweifel nicht mindern können, da hilft einfach nur stumpfes Ausprobieren. Augen zu und durch. Ich habe gelernt, dass es vielen schwer fällt, den Anfang zu machen und diesen Schritt ins Ungewisse zu wagen. Ich würde heute sagen, man muss sich einfach nur trauen. Was wäre denn das Schlimmste das passieren könnte? Nicht so viel, eigentlich. Ich habe erst gemerkt, wieviel Spaß es macht, als ich selbst Dinge ausprobieren konnte. Praktische Anteile gehen in der Schule oft unter.

Durch welche Netzwerke oder Hochschulprogramme wurden Sie unterstützt?
Ich bin Fachschaftsmitglied und war zu Beginn auch im Mentoringprogramm. Die Fachschaft hat mir von Anfang an einen Raum geboten, in dem man sich an der htw saar wohl fühlen konnte. Sowohl wortwörtlich als auch im sozialen Sinne. Die Mitglieder haben mir immer wieder bei Fragen weitergeholfen oder man hat etwas zusammen unternommen, wodurch der Einstieg ins „Neuland“ immer einfacher wurde. 

Welche praktischen Erfahrungen hatten Sie bereits vor oder während des Studiums gesammelt?
Nicht unbedingt. Ich arbeite derzeit auf der Intensivstation in einer Klinik in Saarbrücken, davor war ich selbständig als DJane. In beiden Berufen habe ich immer viel mit Technik zu tun, nur aus unterschiedlichen Bereichen. Auch vor dem Studium habe ich immer wieder verschiedene Jobs gemacht und vor allem in der Veranstaltungstechnik meine Erfahrungen gesammelt.

Welche beruflichen Ziele haben Sie?
Ich möchte als Frau finanziell unabhängig sein. Für mich bedeutet das ein gesichertes Einkommen, von dem ich mich selbst vollständig versorgen kann, ohne jeden Cent auf den Kopf stellen zu müssen. Abgesehen davon ist mir ein Job wichtig, in dem ich mich einbringen kann, indem ich meine mentale Fähigkeit nutzen muss und diese auch weiterhin gefördert wird. Ich würde mir eine Stellung wünschen, in der ich mindestens in einem kleinen Maße autark handeln kann. Auch geregelte Arbeitszeiten habe ich nach der Arbeit in der Pflege sehr zu schätzen gelernt! Das sind für mich die wichtigen Punkte. Es wäre schön in einer Firma zu arbeiten, die neue Medizintechnik oder Musiktechnik entwickelt, weil das meine Interessen und Erfahrungsgebiete sind. Es gibt jedoch zu viele Branchen, die mir noch unbekannt und sehr innovativ sind, wodurch ich das jetzt noch gar nicht genau sagen kann.

Welchen Rat haben Sie für Schülerinnen im Hinblick auf ein MINT-Studium?
Probieren geht über Studieren! Versuch es einfach und lass dich nicht von einer Männer- oder Frauenquote beeinflussen. MINT-Bereiche bieten tolle Möglichkeiten, sich zu entwickeln mit guten und sicheren Zukunftschancen. Ich finde es schade, dass gefragt, wird welche Möglichkeiten man bieten kann, um ausschließlich Studentinnen zu unterstützen. Von solchen Unterstützungen sollten alle Studierenden profitieren, auch wenn die Männerquote deutlich höher liegt.

Haben Sie in Ihrem Leben persönliche Herausforderungen zu meistern?
Hat nicht jeder mit persönlichen Herausforderungen zu kämpfen? Als größte Herausforderung habe ich die finanzielle Situation betrachtet. Ich habe keinerlei finanzielle Unterstützung von zu Hause aus und trage alle Kosten für dieses Studium und meinen Lebensunterhalt selbst.

In Ihrer Freizeit beschäftigen Sie sich am liebsten mit...
Musik, diverse Sportarten (Schwimmen, Klettern, Mountain Biken, Joggen, Fitnessstudio usw.).
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